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Montag, 29. Juli 2019

Schwedisch Lappland - ein kurzer Besuch

Wir verlassen das schwedische Lappland wieder. Irgendwie läuft es hier nicht so. Seit einer Woche dümpeln wir nun zwischen Abisko, Kiruna, Gällivare, Jokkmokk und den bekannten Nationalparks Sarek, Padjelanta und Stora Sjöfjället herum, hatten gute und weniger gute Tage, fühlen uns hier aber nicht wohl.
Im schwedischen Lappland haben wir übrigens das erste Mal das Gefühl, in einer sehr dünn besiedelten Gegend zu sein. Die wenigen Städte sind zweckmäßig, dazwischen hunderte Kilometer Teerstraße durch Wald, nichts Sehenswertes. Tanken, Einkaufen, all das muss gut geplant werden. Für ein Ersatzteil für den Camper mussten wir z.B. 120km zurückfahren. Mühsam, aber mit so etwas hatten wir eigentlich schon in den anderen Ländern gerechnet. Und daran liegts nicht.
Die Nationalparks sehen gigantisch aus (und sind auch flächenmäßig gigantisch!!) und gerne wären wir mehrere Tage dort unterwegs gewesen, die gepackten Rucksäcke für eine 10 Tage Tour liegen im Kofferraum.


Aber Schweden erscheint uns kompliziert, die Leute hier oben irgendwie wenig hilfsbereit und unsere Fähre fuhr heute wegen Wellengang nicht zum Nationalpark. Da wir am Ende der Tour wieder die Fähre hätten nutzen müssen, um zum Auto zurück zu kommen, wäre auch die Rückfahrt ungewiss gewesen. Für das Risiko, irgendwo festzusitzen, ist uns die Zeit und das Geld zu schade. Wir wählten als Startpunkt für unsere Trekkingtour den Ort Ritsem. Kvikkjokk im Süden wäre wohl die besserer Wahl gewesen, da wir dort nicht von einer unzuverlässigen Fähre abhängig gewesen wären. Leider falsch entschieden.
Also, Adios Schweden. Vielleicht ein andermal..



Die nächsten Reiseziele liegen in Schweden, allerdings 1000 km weiter südlich, was der Abschied von Lappland bedeuten würde. Eigentlich gefällts uns hier aber ganz gut, nur eben nicht in Schweden. Unser Herz hängt an Finnland. Uns fehlt die Bewegung... Also, ab nach Finnland und das machen, was uns am besten gefällt.

Dienstag, 23. Juli 2019

Massentourismus auf den Lofoten

Die Vesterålen waren wirklich ein Traum. Als der Himmel noch wolkenlos wurde, war klar, dass wir hier noch ein paar Tage ranhängen. So konnten wir nochmals die Mitternachtssonne, diesmal frei am Horizont über dem Meer, beobachten. Nachts um 1 Uhr hatte sie ihren Tiefstand, dennoch war es taghell und warm. Übrigens nach nun 5 Wochen permanenter Helligkeit einer unserer letzten Tage mit Mitternachtssonne, jetzt fängt sie wieder an, unterzugehen. Eine unglaubliche Erfahrung!


Typisch für die Vesterålen sind auch Walbeobachtungstouren. Da wird aber bei so gezielten Touren auf vergangenen Reisen immer Pech hatten und die Tiere dann zufällig ohne Tour erblickt haben, haben wir uns das Geld gespart. Vom Festland aus sahen wir natürlich keine Wale, aber Seehunde und Delphine.
Natürlich setzten wir wieder mit einer Fähre auf die nächste Insel über, die Fährfahrten sind einfach zu schön. Diesmal ging es in 40 Minuten von Melbu nach Fiskebøl, was auf den Lofoten liegt. Dort fuhren wir zu einem Aussichtspunkt und verbrachten den Nachmittag bei Kaffee und Keksen an einem ruhigen Plätzchen. 


Unsere Erwartungen, dass hier viel los sein wird, bestätigten uns, je weiter wir ins Inselinnere fuhren. Mangels Parkmöglichkeiten zum Übernachten mussten wir schließlich  einen Campingplatz ansteuern, auf dem wir einer der letzten Plätze ergatterten. Was für ein Kontrastprogramm... Thomas verglich die Situation mit der Adriaküste in der Hochsaison. Gutes Marketing, jede Menge Einrichtungen für Touristen und natürlich die spektakuläre Landschaft, das markante Wetter.. all das sorgt für Rummel hier. Reisenbusse, Kreuzfahrtschiffe, Camper und Mietwägen überfluten diese kleine Inselwelt im Juli/August, so dass von der beworbenen Ruhe und Abgeschiedenheit nichts mehr zu spüren ist. Ein Tipp: wer die Lofoten sehen möchte, was für mich zu unserer Reise absolut dazugehört hat, sollte das nicht in der Hochsaison tun. Wobei ich denke, dass viele kein Problem damit haben, wir sind da schon eher speziell😄.


Am nächsten Tag schauten wir uns noch eines der Fischerdörfchen an, dessen Zufahrtsstraße einem Festival glich: An jedem freien Platz Zelte, Autos und Wohnmobile, vor Ort Busse. Es war Wochenende, vielleicht kam das noch erschwerend hinzu. Kurzentschlossen nahmen wir die Hauptstraße E10 und verließen die Lofoten in Kolonne nach nur einem Tag wieder. Jedem das Seine.
Eine letzte Nacht verbrachten wir an den norwegischen Fjorden mit nochmals grandioser Aussicht, Ruhe (!) und Delphinen. 


Dann machten wir uns auf den Weg ins schwedische Lappland. Was für ein Kontrast! Der Abisko Nationalpark lag am Weg, so dass wir hier eine kleine Wanderung machten. Hier in den Bergen liegt noch einiges an Schnee, dennoch haben wir Temperaturen jenseits der 25 Grad. Damit hatten wir nun wirklich nicht gerechnet.. irgendwie habe ich mit den Gebirgen hier schlechtes Wetter verbunden. Überhaupt hatten wir bisher viel besseres Wetter als gedacht. Die Tage mit Regen können wir an der Hand abzählen - und das nach 7 Wochen, wovon wir bisher 5 nördlich des Polarkreises verbracht haben.