Mittwoch, 3. Juli 2019

Slettnes Fyr, der nördlichste Punkt unserer Reise



Wir befinden uns am nördlichsten Punkt unserer Reise: dem nördlichsten anfahrbaren Ort auf dem europäischen Festland, in der Arktis, am Eismeer, der Barentssee - alles nur Worte, die den Moment nicht beschreiben können. Keine Worte oder Bilder können das.. diese Ruhe in der Natur, diese überwältigende  imposante Landschaft.. weiße Sandstrände, türkisfarbenes Meer, Rentiere am Strand, Robben im Meer, Möwen, die Schiffe der Hurtigruten ziehen vorbei, der Nebel zieht auf und lässt alles verschwinden... Wir sind in Norwegen und wie schon im vergangenen Jahr verschlägt uns dieses Land wieder die Sprache. Die Anfahrt hierher war spektakulär: Finnland haben wir am Tenojoki entlang, dem größten Lachsfanggebiet Europas, verlassen und plötzlich änderte sich die Landschaft. Die Berge werden höher, letzte Schneefelder tauchen auf, die ersten Fjorde kommen ins Blickfeld, die Straßen werden teils ruppiger, wir fahren in den Wolken über die Fjälle, Blicken in langgezogene Fjordtäler, sehen Inseln und plötzlich tauchen die Steilküsten bei Mehamn an der Barentssee auf. 


Unser Ziel liegt in Slettnes Fyr, ein Leuchtturm an der Nordküste der Halbinsel Nordkynn. Da sind wir nun: am nördlichsten Punkt.. Ok, ich wiederhole mich. Thomas hat sich heute tatsächlich wagemutig ins 7°C kalte Wasser geworfen. Wer den Mund aufmacht.. Wahnsinn!!


Unsere vorerst letzten Tage in Finnland waren voller Abwechslung. Nach einer Bärenhöhle besuchten wir das Sami Museum Siida in Inari, was sehr kurzweilig die Geschichte und Lebensweise der Samen darstellt inkl. einem Freilichtmuseum. Sehr empfehlenswert! Anschließend ging es auf einen Campingplatz der besonderen Art: ein wahres Mückeneldorado. Wir haben ein Schlupfloch in unserem Camper, durch das bisher immer eine Handvoll Mücken durchgekommen ist. Überschaubar. Aber dort... das glaubt uns kein Mensch. Alles voll! Also draußen sowieso, aber drin im Womo... Vor 5 Wochen wäre ich DURCHGEDREHT und hätte sofort auf Abreise bestanden. Erschlagen bringt nix, zu viele.. Also mit Mückenspray, Ohropax und Schlafmaske weiterschlafen. Geht.
Am nächsten Tag besuchten wir noch Finnlands größten Canyon: den Kevo Canyon. Hier wurde ein streng geschütztes Naturreservat erschaffen, wo genau geregelt ist, wie und wann Menschen in das Reservat dürfen. Sehr vorbildlich! Der Canyon ist für finnische Verhältnisse natürlich extrem tief, für unsere eher ein nettes Flusstal, 80m tief. Die Landschaft, durch die wir dorthin gelaufen sind, war jedoch wirklich schön.

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