Samstag, 29. Juni 2019

Fünf Tage Wildnis im Urho Kekkonen Nationalpark

Nachdem wir uns am verregneten Mittsommerfest eine Sauna gegönnt hatten - Regentage sind bisher eher eine Seltenheit - stand wieder der Ernst des Lebens auf dem Programm. Wir hatten eine fünf Tage Trekking Tour in die Wildnis Zone des Urho Kekkonen Nationalparks geplant. Das Gebiet umfasst etwa 2500 qkm. Wir füllten unsere Trekkingvorräte im lokalen Supermarkt von Saariselkä auf und fuhren am späten Nachmittag zu einem am Park liegenden Wanderparkplatz. Dort packten wir unsere Trekkingrucksäcke. Wir nächtigten auf dem Wanderparkplatz, nachdem wir uns für einen guten Schlaf noch einen finnischen Salmiaklikör gegönnt haben. Nach erfolgter Nachtruhe packten wir noch Lebensmittel für fünf Tage hinzu und gegen Mittag ging es dann los. Schon an der ersten Etappe wollten wir die Wildniszone erreichen. Es gibt dort keine markierten Wanderpfade, aber man darf überall sein Zelt aufstellen. In der Basis-/Touristenzone ist das nur an speziellen Stellen erlaubt, was nicht so unser Ding ist, da wir lieber einsam und allein in der Natur unterwegs sind. Das Wildnisgebiet des Urho Kekkonen ist eine der wenigen nahezu unberührten Gebiete in Europa. Unsere Route ging durch eine abwechslungsreiche Landschaft durch schöne Wald-/Flusstäler, über Fjells, und durch Sümpfe. Die Wegbeschaffenheit ging von bequem bis unwegsam steinig und sumpfig. Einige Stücke sind wir weglos gegangen nur nach Karte und Kompass. Zweimal mussten wir breitere Flüsse furten. Somit haben wir unsere Sandalen nicht umsonst mitgenommen. Wenn man um diese Jahreszeit hier unterwegs ist, hat man keinen Zeitdruck aufgrund der Dunkelheit eine geeignete Lagerstelle zu finden. Das Wetter war auch recht gut. Es war nicht heiß und es gab nur wenige kurze Regenschauer.
Einen ständigen Begleiter hat man um diese Jahreszeit: Schwärme von Mücken. Attacken kommen unangekündigt und hinterlistig, meistens, wenn man es am wenigsten gebrauchen kann. Die Gegenwehr sind Mückenschutzmittel, das irgendwann verdampft ist und Moskitonetze für den Kopf. Beim Gehen halten sich die Attacken in Grenzen. In unserem Reiseführer steht, das nur die Härtesten um diese Jahreszeit in Lappland wandern gehen💪😎. Meine Meinung ist, es ist halb so wild, man gewöhnt sich daran und merkt es irgendwann nicht mehr. Und auch die Legende von den Mückenschwärmen, die so dicht sein können, dass man seinen Hut in die Luft hängen kann, ist uns noch nicht über den Weg gelaufen. Die meisten schwirren eh nur herum und haben ihre Daseinsberechtigung.
Die Route verlief fünf Tage lang durch traumhafte Landschaft und war eine unserer besten Touren bisher. Wir trafen nur wenige andere Wanderer, fanden immer einen tollen Zeltplatz und waren total entspannt. Am letzten Abend fielen die Temperaturen etwas und wir übernachteten an einem Fjell. Unsere Wetterstation zeigte einen Tiefstwert von 2 Grad in Vorzelt. Nach einem letzten Müsli-Frühstück und zwei Kaffee ging es dann bei kühlen Temperaturen und Wind übers Fjell zurück zum WoMo.
Was noch aufgefallen ist, während der ganzen Tour hatten wir zum ersten Mal in Finnland kein Handynetz👍.
Nach der Ankunft und dem Auspacken der Rucksäcke taten wir, was wir immer nach so einer Tour machen: Viel essen, Pizza, Burger, Schokolade, süsse Stückchen, Cola. Danach die verdiente Dusche auf einem Campingplatz.
Wir kehrten heute dem Urho Kekkonen den Rücken. Unsere Reise führt uns weiter nach Norden an den Inarisee, wo wir heute auf einem schönen Wanderparkplatz nächtigen.

Keine Kommentare:

Kommentar posten